Bremen
Die deutsche Großstadt Bremen liegt in Norddeutschland. Gemeinsam mit Bremerhaven bildet die Stadt das Bundesland Freie Hansestadt Bremen. Beide Begriffe werden meist synonym verwendet. 546.000 Einwohner leben in Bremen.
Die Stadt selbst liegt beiderseits der Weser und umfasst eine Gesamtfläche von 325,42 km². Bremen liegt an jener Stelle, an der sich die Weser zur Unterweser verbreitert. Wichtig ist dabei, dass der Fluss dem Gezeitenwechsel aus Ebbe und Flut unterliegt.
Das Gebiet um den Fluss wird als Wesermarsch bezeichnet. Die Landschaft ist gemäß der Lage im nordwestdeutschen Tiefland durch See- und Flussmarsche geprägt. Sehr flach und ohne größere natürliche Erhebungen ist der Boden sehr fruchtbar. Die Landschaft ist geologisch betrachtet sehr jung und entstand in der letzten großen Eiszeit vor mehr als 16.000 Jahren.
Der Fluss, dem die Stadt ihre Größe und kulturelle Bedeutung verdankt, ist ab dem Bremer Hafengebiet für den Schiffverkehr nutzbar. Die höchste, wenn auch namenlose, natürliche Erhebung der Stadt liegt im Friedehorstpark 32,5 m über dem Meeresspiegel.
Größter privater Arbeitgeber ist die Daimler AG. Die Fertigung verschiedener Mercedes-Klassen und deren Zuliefererbetriebe bedeuten eine wichtige Stütze für die vom Strukturwandel geplagte Stadt.
Ehemals bedeutende Wirtschaftszweige wie Schiffbau- und Stahlindustrie haben stark an Bedeutung verloren und wurden durch verschiedene Luft- und Raumfahrtbetriebe ersetzt. Außerdem entstanden mehrere große Technologieparks, so etwa um die Universität Bremen.
Besonders die Luft- und Raumfahrtindustrie haben sich in der jüngeren Vergangenheit in der Stadt angesiedelt. EADS fertigt Teile des Airbusses hier, ebenso werden Elemente für die bemannte Raumfahrt gebaut.
Trotz dieser Erfolge liegt die Arbeitslosenquote mit 10,0% über dem Bundesdurchschnitt. Die Stadt ist mit 15,8 Milliarden Euro hoch verschuldet und unterliegt immer wieder Haushaltssperren.
Die Bremer Infrastruktur ist sehr dicht. Die Stadt bildet einen bedeutenden Verkehrsknoten in Norddeutschland.
Die Stadt verfügt über einen internationalen Flughafen, dessen neues Terminal 2001 eröffnet wurde. Das Passagieraufkommen des Flughafens lag 2007 bei 2,2 Millionen Fluggästen. Der Flughafen ist direkt mit dem Hauptbahnhof der Stadt verbunden.
Sowohl regionaler als auch überregionaler und Fernverkehr werden durch diesen abgewickelt. Hervorzuheben sind eine ICE-Linie nach München und IC-Verbindungen ins Ruhrgebiet.
Bremen ist mit der Bundesautobahn A1 verbunden, welche die wichtigste Ader zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet darstellt.
Größte Bedeutung für die Stadt hat der Bremer Teil des Hafens, der mit der Bremerhaven geteilt wird. Hafengruppe Bremen/Bremerhaven
Ein bedeutender Vorteil dieses Hafens ist seine küstennahe Lage direkt an der Wesermündung. Dies erspart Containerschiffen lange Revierfahrten, wie sie etwa im Hafen von Antwerpen erforderlich sind.
Der gemeinsam mit dem küstennäheren Bremerhaven genutzte Hafen wird in einer Art Aufgabenteilung betrieben. Über den Bremer Teil werden Stückgut, Massengüter und Schüttgüter abgewickelt.
So wurden 2006 knapp 2,97 Millionen Tonnen Stahl und 1,02 Millionen Tonnen Holz umgeschlagen. Außerdem wurden 1,89 Millionen Automobile verladen.
Für den Containerumschlag hat der Bremer Hafen nur noch eine nachgeordnete Bedeutung. Auch der Passagierverkehr wird nicht im Bremer Teil abgewickelt.
Des Weiteren für die Wirtschaft der Stadt relevant sind die Automobil-, Schiffbau-, Stahl-, Elektronik-, und Nahrungsmittelindustrie.
Erwähnenswerte Bildungseinrichtungen in Bremen sind die staatliche Universität Bremen, die Hochschule Bremen, die Hochschule für Künste und die private Jacobs University Bremen.
Die Stadt ist 2005 zur Stadt der Wissenschaft gewählt worden.
Dies zeugt davon, das der Bremer Senat sich große Mühe gibt, den Status als Bildungsmetropole zu erhalten. So können die angesiedelten Hochtechnologiestandorte langfristig gehalten und unterstützt werden.
Bremen wurde 782 erstmals erwähnt. Die Stadt war seit 1385 Teil der Hanse, erlebte aber eine wechselhafte Geschichte mit dieser Institution. Dies zeigt sich darin, dass die Stadt in den folgenden Jahrhunderten dreimal aus der Hanse austrat oder ausgeschlossen wurde und sich ihr später wieder anschloss. Auch die Farben der Stadt, weiß und rot, zeugen von der Verbundenheit mit diesem Handelsbündnis.
Im Dreißigjährigen Krieg verhielt die Stadt sich anfangs neutral, unterstützte ab 1632 Schweden, entging aber größeren Zerstörungen.
Der Seehafen sicherte die Entwicklung der Stadt und ihre wirtschaftliche Bedeutung für Norddeutschland. So wurde bereits ab 1783 der Handel mit den USA abgewickelt. Viele Aussiedler begannen ihre Reise nach Amerika in Bremen.
Durch die umfangreiche Werftindustrie und Flugzeugwerke war die Stadt im Zweiten Weltkrieg Ziel starker alliierter Luftangriffe. Diese zerstörten 62% der Bausubstanz. Nach dem Krieg wurde Bremen amerikanische Exklave in der britischen Besatzungszone. Die US-Regierung wollte einen eigenen Hafen im Nachkriegsdeutschland, da ihre Besatzungszone aber in Süddeutschland lag, wurde diese Regelung getroffen.
Die UNESCO hat den Roland und das Bremer Rathaus zum Weltkulturerbe erklärt. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind die Bremer Stadtmusikanten aus dem berühmten Märchen am Rathaus sowie die Kirche Unser Lieben Frauen.