Nürnberg
Nürnberg ist eine deutsche Großstadt in Süddeutschland. Genauer in Mittelfranken, Freistaat Bayern, gelegen leben in der Stadt 503.110 Einwohner. Die Stadt liegt im Fränkischen Becken.
Insgesamt erstreckt sich die Stadt seit der letzten Eingemeindung 1996 über 186,38 km². Die höchste Erhebung ist der Ortsteil Brunn auf 407m über NN.
Besondere Betrachtung verdient die fragmentierte Stadtfläche. So liegt der höchste Punkt der Stadt nicht im eigentlichen Stadtgebiet, sondern in der Exklave. Diese resultiert aus den verschiedenen Eingemeindungen, die die Stadt vollzogen hat. Durch die Ausdehnung der Stadt ist Nürnberg baulich mit Führt, Zirndorf, Stein und Oberasbach annähernd zusammengewachsen.
Der Untergrund der Stadt besteht aus Sandgestein, Molasse. Molasse ist ein weiches, sehr feinkörniges doch fruchtbares Sandgestein welches im Alpenvorland auftritt.
Die Herkunft dieses Materials liegt in terrestrischen oder flachmarinen Ablagerungsräumen begründet. Dieses Material wurde durch Flüsse aus Gebirgen abtransportiert. Die Abtragung ist eine späte Phase der Entstehung von Gebirgen vor bis zu 30 Millionen Jahren.
Molasse sammelt sich in natürlichen Ablagerungsräumen die den Bewegungen der Erdkruste geschuldet sind. Die Stärke der Molasse-Schichten kann dabei mehrere tausend Meter betragen.
Auch wenn dieses Material als Lagerstätte von Erdgas bekannt ist, entstammen die bayrischen Erdgasvorräte nicht der Region um Nürnberg.
Das Gebiet ist sehr fruchtbar und eignet sich hervorragend für die Landwirtschaft. Die Pegnitz durchfließt die Stadt. Dieser Fluss ist ein Nebenarm der Regnitz welche wiederum in den Main entwässert. Der Flussverlauf innerhalb der Stadtgrenzen ist stark kanalisiert.
Die Landschaft der Stadtumgebung ist durch die Fränkische Alb, östlich der Stadt und die Fränkische Schweiz nördlich geprägt. Ebenfalls zu erwähnen ist das Fränkische Seenland.
Der Nürnberger Reichswald, die so genannte Grüne Lunge der Region, umfasst rund 25.000 ha. Dieser erstreckt sich sowohl innerhalb als auch außerhalb der Nürnberger Stadtgrenzen. Der Wald ist vorwiegend durch Nadelhölzer, Kiefern und Fichten geprägt. Räumlich unterteilt die Pegnitz den Wald. Das größere Gebiet, rund 15.000 ha erstreckt sich nördlich der Pegnitz und wird Sebalder Reichswald genannt. Das Gebiet südlich davon findet als Lorenzer Reichswald seine Bezeichnung.
Der Name des Waldstückes rührt von der Zeit der Stadt Nürnberg als Freie Reichsstadt vor dem 19. Jahrhundert her. Der Wald diente der Stadt als Brenn- und Bauholzlieferant und war damit unerlässlich für die Entwicklung der Metropole.
Das Klima Nürnbergs ist typisch für Süddeutschland im Alpenvorraum. Die Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen 0,8°C im Januar und 18,3°C im Juli. Spitzenwerte von bis zu 35° C können erreicht werden. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 8,8°C und es fallen im Jahresmittel 645mm Niederschlag.
Große Bedeutung hat der Standort Nürnberg für der Bereich Dienstleistung. Eine Rolle spielen der Maschinenbau, Fahrzeugbau, das Druckwesen sowie die chemische Industrie. Bedeutend ist die Metropole für die Marktforschung.
Bedingt durch den Strukturwandel liegt die Arbeitslosenquote im Gegensatz zur in Bayern eher niedrigen Erwerbslosigkeit, mit 9,8% sehr hoch.
Im Gegensatz zu anderen Städten, die mit dem Strukturwandel ringen, hat Nürnberg keine eigene Universität, was den Ausbau als Hochtechnologie- oder Dienstleistungsstandort behindert.
Auch heute noch verfügt Nürnberg über große und qualitativ hochwertige landwirtschaftliche Nutzflächen.
Nürnberg ist ein bedeutendes Verkehrskreuz des überregionalen Verkehrs. Die Deutsche Bahn wickelt mehrere ICE-Linien zwischen Bremen und München, Hamburg und München sowie aus dem Ruhrgebiet nach Passau ab. Auch übernationale Linien, wie nach Prag nutzen den Nürnberger Hauptbahnhof.
Des Weiteren verfügt die Stadt über einen eigenen Flughafen. Der Airport Nürnberg verzeichnete 2008 insgesamt 76.768 Flugbewegungen. Insgesamt wurden 4.274.222 Fluggäste befördert und 104.606 Tonnen Fracht umgeschlagen. Damit ist der Airport Nürnberg nach Fluggastzahlen der zehntgrößte der Bundesrepublik.
Urkundlich erstmals erwähnt wurde Nürnberg im Jahr 1050 als norenberc. Im Jahr 1219 erhielt die Stadt die Reichsunmittelbarkeit, ein Status der die unmittelbare Unterstellung unter den Kaiser bedeutete. Im Mittelalter stellte die Stadt einen bedeutenden Handelsplatz dar und wuchs durch die unmittelbare Unterstellung des Kaisers rasch an. Zwischen 1470 und 1530 erlebte die Stadt ihre Blütezeit. Künstler wie Albrecht Dürer wirkten hier und mehrere mittelalterliche Großbauten entstanden. Im Zuge der Reformation bekannten sich weite Teile der Bewohner der Stadt zum Protestantismus. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt belagert. Dabei wurde das Umland stark verwüstet, was der Stadt finanzielle und wirtschaftliche Grundlagen entzog. Etwa zwei Drittel der 40.000 Einwohner fanden durch den Krieg und seine Folgen den Tod.
Sieben Pestausbrüche trugen zum Niedergang der Stadt bei. 1796 fiel die hochverschuldete Stadt schließlich an Bayern.
Mit Beginn der industriellen Revolution in den deutschen Staaten entwickelte sich die Stadt schnell zu einem bedeutenden Standort in Bayern. Im Jahr 1835 wurde die erste Eisenbahnlinie Deutschlands zwischen Nürnberg und Furth in Betrieb genommen. 1841 wurde der Vorgänger der heutigen MAN-Werke in der Stadt gegründet.
In der deutschen Revolution 1848 forderten die Stadtoberen vom bayerischen Kaiser die Annahme der Frankfurter Nationalversammlung. Diese wurde aber durch König Maximilian II. abgelehnt.
Nach der Reichsgründung 1871 entwickelte sich die Stadt zum größten Industriestandort in Bayern. Während der Zeit des Nationalsozialismus war Nürnberg Schauplatz der Reichsparteitage. Die Rassengesetze wurden hier erlassen, die Stadt war damit Kernelement der nationalsozialistischen Weltanschauung. Dadurch war Nürnberg bevorzugtes Ziel alliierter Luftangriffe. Durch die Lage im Süden Deutschlands geriet sie aber erst spät im Kriegsverlauf in die Reichweite der alliierten Luftwaffen. Nach Dresden war Nürnberg die am stärksten zerstörte Stadt des III. Reiches. Im April 1945 befreiten amerikanischen Verbände die Stadt.
Trotz der enormen Verwüstungen war die Stadt ab November 1945 Schauplatz der Nürnberger Prozesse gegen die NS-Kriegsverbrecher.
Durch die lange und bewegte Geschichte der Stadt und viele bekannte Söhne und Töchter der Stadt verfügt Nürnberg über ein reichhaltiges kulturelles Angebot. So sind das Albrecht-Dürer-Haus, das Germanische Nationalmuseum und das Verkehrsmuseum Nürnberg stellvertretend für drei Aspekte der Geschichte der Stadt.
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